Neue analoge Fotografie

Die Faszination der analogen Fotografie ist ungebrochen. Trotz (oder gerade wegen) der digitalen Möglichkeiten greifen viele Fotograf:innen wieder zu Filmkameras. Doch warum ist das so? Was macht analoge Fotografie so besonders? Und kann man diesen Charme auch mit digitalen Kameras einfangen?
Was macht analoge Fotografie so spannend?
Analoge Fotografie bedeutet mehr als nur ein Bild auf Film festzuhalten. Es geht um das bewusste Fotografieren, das Warten auf das Ergebnis und die Überraschung beim Entwickeln der Bilder. In einer Welt, in der digitale Kameras nahezu perfekt sind, stellt sich für mich die Frage: Warum fühlt sich das Fotografieren mit modernen Technologien oft weniger erfüllend an als mit einer analogen Kamera?
Ich habe für mich erkannt, dass es weniger um das Medium – Film oder Sensor – geht, sondern um das Mindset.
Mein Ansatz: Digital analog fotografieren
Ich wollte herausfinden, ob es möglich ist, mit einer digitalen Kamera analog zu denken. Mein Ziel war es, die bewusste Herangehensweise der analogen Fotografie auf meine digitale Arbeitsweise zu übertragen.
1. Fotografieren ohne sofortige Kontrolle
Bei analogen Kameras kann ich nicht sofort nachsehen, ob das Bild gelungen ist. Um dieses Gefühl nachzubilden, habe ich mir angewöhnt, nach dem Fotografieren nicht auf das Kameradisplay zu schauen. Ich verzichte bewusst auf das sofortige Überprüfen und erlebe so wieder eine gewisse Spannung.
2. Limitierungen setzen
Ein wichtiger Aspekt der analogen Fotografie ist die bewusste Wahl des Films. Ich übertrage das auf meine digitale Kamera, indem ich vor dem Fotografieren einen “Film-Look” auswähle. Dazu nutze ich das Dehancer-Plugin, das meine Bilder mit einem festen Filmstil entwickelt – ohne dass ich nachträglich eingreifen kann.
3. Automatisierte Entwicklung statt manueller Bearbeitung
Beim analogen Fotografieren schickt man Filme ins Labor. Um diesen Prozess nachzubilden, entwickle ich meine digitalen Bilder automatisch. Ich lasse meine JPEGs durch ein Photoshop-Droplet laufen, das den vorher gewählten Filmlook anwendet – ohne manuelles Eingreifen. Erst danach sehe ich die fertigen Bilder.
Mein Fazit: Die Freude an der Unvorhersehbarkeit
Durch diesen Ansatz habe ich die Freude am Fotografieren neu entdeckt. Ohne die ständige Kontrolle über das Ergebnis fühlt es sich wieder spannender an. Ich überlege mir bewusster, wann ich wirklich auf den Auslöser drücke, und freue mich auf das spätere Betrachten der fertigen Bilder.
Man braucht also nicht unbedingt eine analoge Kamera, um das analoge Erlebnis zu genießen – es beginnt im Kopf.